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Bandinfo... |
Markus Reinhardt und Care Company |
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Veröffentlichungen: |
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CD: "In the
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08.10.01
erhältlich bei Motor [Nr.4502932]. |
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Info von Motor.de: |
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"Hallo
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CARE COMPANY | IN THE FLOW
Album | In The Flow
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Presse: |
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Zillo 10/2001 Care Company - Bemuttern inklusive
Welchen Unterschied siehst du EIGENTLICH ZW1SCHen Sysnthie-POP und Pop?" „DA GIBT'S KEINEN, GLAUB´ ich, das IST einfach ne schublade." "Hm. dann macht ihr also im Prinzip dasselbe wie Britney Spears?" „Ja, natürlich." „UND ES ÄRGERT DICH NICHT MAL, WENN ICH DAS SAGE?" „Nö, WIESO?"
Ein Musiker, der sich über einen solchen Vergleich nicht aufregt, ist entweder richtig cool oder einfach sehr abgeklärt Carsten Klatte ist beides und mehr. Der Frontmann der „Newcomer" Care Company wirkt in sich ruhend und so, als wüsste er ganz genau, was er will und wohin es mit Care Company und ihrem Debütalbum „In The Flow" gehen wird. Nach oben, soviel ist klar, denn eine Band, die mit zwei Dritteln Wolfsheim eine durchaus etablierte Besetzung hat, kann eigentlich nur gelingen. Drittes Drittel ist neben Markus Reinhardt und Jose Alvarez Brill eben Carsten und auch der hat schon jede Menge musikalischer Erfahrungen: Unter anderem spielte er bei Cassandra Complex und tingelte als Straßenmusiker durch Berlins Kneipen. Irgendwann hörte ihn Markus, dem ein Frontmann für sein geplantes Sideprojekt fehlte, singen und war hingerissen. „Das muss unsere Stimme werden", beschloss er und so wurde Care Company geboren.
Für den eher freien Kreativling Klatte gestaltete es sich sicher nicht leicht, mit zwei technisierten Perfektionisten wie Jose und Markus zusammenzuarbeiten. „Ich hab mich dabei aber nicht eingeschränkt gefühlt", erklärt Carsten. Er lacht. „Trotzdem war ich natürlich vorsichtig - das ist normal, wenn man als Künstler hört, dass man es mit einem Produzenten zu tun hat Denn rein prinzipiell ist der Produzent ja der größte Feind des Künstlers, weil er einen immer beschneiden will. Das legte sich dann aber und letztendlich hat es die Mischung aus technisch-produzentenmäßigen perfektionistischen Anteilen und einem Teil des Lebensodem, eben Authentizität gemacht."
Und wird die super-demokratische Arbeitsweise auf Dauer funktionieren oder ist das nicht schon alles zu schön und nett? „Zu arbeiten, so wie wir da gearbeitet haben? Das funktioniert auf jeden Fall. Weil wir zum einen total aus dem Bauch heraus arbeiten und zum anderen die Attitüde einfach stimmt Das Wichtigste bei einer Zusammenarbeit ist doch, dass es einem gut geht und man auch merkt, dass die Leute das Bedürfnis haben, eine gute Schwingung zu kultivieren, egal, ob im Studio oder live. Das hat bei uns sehr gut funktioniert und uns zusammengeschweißt, weil wir wirklich auch durch krasse Nervenproben gegangen sind ... Einmal haben wir an vier Takten anderthalb Wochen gesessen, nur an diesen vier Takten." Er kann es selbst nicht fassen und stimmt mir vorbehaltlos zu, dass man dabei ganz sicher irre wird. „Aber trotzdem sind wir da irgendwie durchgekommen und haben es gelöst und darauf kann man gut aufbauen."
Und diese Zwei-Technikfreaks-ein-emotionaler-Mensch-Symbiose hat ihn gar nicht eingeschränkt? „Och nö", räumt er ohne Überlegung ein, „mit der Straßenmukke als Erfahrungspotential ist das schon ok." Ich denke bei Straßenmusik an Leute mit einer Trommel auf dem Rücken oder einer Querflöte und 'nem Cello ... Carsten kichert und spricht für mich weiter: „... Und du kennst Peruaner, die da ihre Ponchos verkaufen ... Klar. Aber in Berlin gibt es da eine ganz eigene Szene und man kann in der Tat davon leben - auch wenn das ganz anders aussieht, als das, was du im Kopf hast Ich bin nur mit eigenem Material durch die Gegend gezogen, hatte meine speziellen Songs für die Straße komponiert. Das ist für mich eine Kunst, so wie früher die Barden. Es ist Wahnsinn, denn es ist viel krasser vor fünf Leuten zu spielen als vor 5000 - weil du jede Reaktion mitkriegst, jedes Stirnrunzeln, jedes Lächeln." Ist aber auch gut für's Ego, vermute ich. Carsten feixt. „Auf jeden Fall. Aber vor 5000 Leuten spielen ist auch gut fürs Ego." Das glaub ich wohl. Wird es denn dazu mit der Synthie-Pop-Band Care Company auch Gelegenheit geben? „Sicher, aber wir verhandeln noch im Moment Live werden auch jede Menge Special Guests dabei sein. Mindy Kumbalek von Goethes Erben zum Beispiel." Werden denn auch Markus und Jose mit auf der Bühne stehen? „I think so, aber bei Markus weiß ich das noch nicht so genau, der ist ein bisschen bühnenscheu, der Junge. Das sind diese virtuellen Musiker..." Kurze Denkpause, dann: „Aber das ist auch ein künstlerisches Konzept und ich find das schon ok. Jose ist Feuer und Flamme, er war wieder wie 15 neulich nach dem ersten Gig. Aber Markus - er ist so öffentlichkeitsscheu."
Glaubst du denn, dass Künstler, denen dieser Selbstdarstellungstrieb fehlt, ehrlicher sind? Carsten, der ja als Frontmann das Aushängeschild und Gesicht der Band ist, kann das natürlich nicht wirklich meinen *g*, schon klar. Und in der Tat: „Nee, auf keinen Fall. Ganz persönlich denk ich: Alle Wege zu Gott führen durch das Fleisch. Das geht nur über Präsenz; es gibt einen gewissen Geist, der sich nur von Mund zu Mund oder Hand zu Hand weitertragen lässt. Bei aller großartigen Technologie oder Medien, die wir am Start haben, brauchst du den Blick und den Atem und das geht nur, wenn du die Person auch wirklich da hast Das sind aber zwei verschiedene Schulen. Heutzutage hat der Baum ,Kunst' einfach ein paar Äste mehr gekriegt."
Zusammenfassend, findet Carsten, sei das Endprodukt „Care Company" letztlich als Fusion aus Technik und Emotion zu sehen. Das Konzept der Band geht auf: Leichte, eingängige Musik, die sicherlich in die Popecke gesteckt werden wird und dazu tiefergehende Texte. An dieser Stelle folgt übrigens der Britney-Spears-Dialog von oben, bevor Carsten näher auf die Bedeutung des Wortes „Pop" eingeht. "Ach, weißt du", er nimmt es locker - überhaupt lachen wir viel während des Gesprächs -, „ich bin mittlerweile so amoralisch geworden ,was meine Polarisierung angeht, für mich ist Musik wirklich Musik, ich hab meine eigenen Grenzen total gesprengt. Früher war das anders, früher hat mir eine Polarisierung geholfen, eine Identifikation zu finden, aber die Zeiten sind vorbei. Ich geh nur noch davon aus, was für mich klingt und mir ein Gefühl vermittelt. Für mich gibt es aber schon auch Lebenssituationen, die so poppig sind, dass ich voll drauf steh. das hat dann ´ne durchaus positive Bedeutung."
Eine poppige Lebenssituation? Was'n das? Carsten hilft mir auf die Sprünge. Zum Beispiel auf die Strasse gehen, 'ne Tasse Kaffee trinken, Leute angucken, ihnen in die Augen sehn, lächeln, merken, welche Interaktion da abgeht. Pop hat total viel mit Kommunikation zu tun, denk ich." Aber irgendwie sieht Garsten so gar nicht nach Pop aus - zumindest, wenn man mal an die Popper der 80er Jahre denkt :-)... Irritierend. Nee, das Bild haut nicht so ganz hin, ich bin tätowiert bis fast zum Hals." Und wieder lacht er. Das klingt übrigens echt nett. „Neulich hatte ich ein Gespräch mit jemandem ... Ich sagte, ich sei Musiker und er guckte mich an und sagte: ,Du machst bestimmt Heavy Metal.' ,Nein', sag ich, ,Popmusik.' Er hat gelacht."
Das kann ich mir vorstellen. Ungewöhnlich an Care Companys Popmusik sind dabei aber die Texte, die tiefer gehen, als man das kennt, während die Musik heiter vor sich hin plätschert. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? "Das ganze Leben ist ein Widerspruch. Ich hab es mittlerweile aufgegeben, mich dagegen zu wehren. Man darf sich durch die ganzen Sachen, die man im Leben erfährt, seine positive Einstellung nicht kaputt machen lassen, denn sonst hat einen das Leben zerstört. Deshalb ist es künstlerisch auch superinteressant, solche Thematiken in leichte Melodien zu verpacken, für mich ist das mittlerweile die attitude.
Die Leichtigkeit, die auf dem Album zu hören ist, ist auch eine Art Überlebensstrategie. Es muss doch nicht immer alles schwer sein. Man kann auch bei Dingen, die einem richtig derbe Gedanken machen, seine alltägliche Leichtigkeit bewahren, sonst geht man doch nicht mehr raus, sitzt nur noch im dunklen Zimmer rum und zieht die Decke über´n Kopf. Ich bin hier, um zu leben und ich bin auch hier, um mir die ganze Scheiße anzugucken und darüber zu reden." Also ist Heiterkeit im Grunde keine Oberflächlichkeit, sondern Reife? "Ja, auf jeden Fall!" Carsten scheint sich zu freuen, dass ich das verstanden habe. „Nimm unseren Song ,Silent Bloom' - als ich in der Gesangskabine war, war gerade die Jugoslawienkrise und der Moment, als ich das eingesungen hab, der hat viel damit zu tun, weil ich da gedanklich und gefühlsmäßig total in der Thematik war. Ich hab einfach viele Freunde, die damit direkt konfrontiert sind. Wenn ich denen ein Stück von Morbid Angel oder Napalm Dead an den Kopf knalle, tu ...
(„Als Künstler bist du vorsichtig, wenn du hörst, dass du es mit einem Produzenten zu tun hast. Denn rein prinzipiell ist der Produzent ja der grösste Feind des Künstlers, weil er immer einen beschneiden will.")
... ich ihnen nur weh - die haben eh genug Scheiße da ... Mit 'nem Stück wie ,Silent Bloom' tu ich ihnen nicht weh, sondern geb ihnen noch ein positives Lebensgefühl - und das verstehen sie ... Es ist zu einfach, zu denken, das Böse muss immer hart klingen und das Gute immer leicht und flockig." Er philosophiert weiter: „Wir sind alle große Melancholiker, sind auch ab und an traurig, aber immer mit einer konstruktiven Note. Wir haben alle unsre Vergangenheit und auch ich hab mich jahrelang in der absoluten schwarzen Szene bewegt - aber mein Gott, man wird älter, wächst und entwickelt sich." Das klingt ziemlich abgeklärt und vor diesem Hintergrund erscheint auch der Bandname in einem ganz anderen Licht - es hat fast was mütterliches, was Carsten so von sich gibt Das amüsiert ihn und er stimmt mir begeistert zu. Ist das nicht etwas ungewöhnlich? „Eher mutig", räumt er ein. „Aber ist aber ist das schlimm? Also ich finde es gut, ich steh dazu ... Eigentlich standen Markus und ich ja vor allem auf die Frauenstimme aus der Ellen-Betrix-Werbung, als wir uns für den Namen entschieden. Aber letztlich ist der Name Programm: ,Care' wegen des konstruktiven Ansatzes und ,Company' bedeutet, dass wir uns auch rein technisch sagen: Jose, Markus und ich sind der harte Kern, die Paten sozusagen, und dabei existiert eben auch eine Peripherie - wie bei der Liveperformance Mindy oder so. Das ist der Company-Gedanke." Wunderbar: nette Musik, zu der man sich entspannen oder philosophieren, sich freuen oder traurig sein kann. Das ganze perfekt produziert und dann noch so ein netter Sänger mit warmer Stimme. Schöner umsorgt kann man nicht werden.
Tania Krings
Kontakt: Care Company c/o Motor Music www.motor.de |
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