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Orkus
10/2001
GOETHES
ERBEN / PETER HEPPNER - Eine neue Harmonie
Am Rande des
Woodstage Festivals ergab sich die günstige, weil seltene Gelegenheit, Oswald
Henke (Goethes Erben) und Peter Heppner (Wolfsheim) gemeinsam zu ihrer neuen
Single zu befragen. Hätten wir zu dem Zeitpunkt schon gewusst, dass Wolfsheim
an jenem Abend gar nicht mehr spielen würden (ein Unwetter zwang die
Veranstalter, das Festival vorzeitig abzubrechen), hätte ich die beiden noch
länger genervt... Nun lest, was sie backstage zu erzählen wussten...
Orkus:
Was habt ihr denn in der letzten Zeit so gemacht?
Peter
Heppner: Ich war unter anderem auf Ibiza und bin viel durch die Gegend gefahren,
um Promotion für die "Schiller mit Heppner"-Sache zu machen. Das war
ganz schön anstrengend, und es gab viel zu tun. Aber es lohnt sich ja, wie man
sieht, und es hat auch Spaß gemacht, denn die Jungs sind hypernett und wir
verstehen uns bombig.
Oswald
Henke: Wir versuchen noch immer, unser Album und die Single endlich fertig
aufzunehmen.
O:
Erzähl doch mal etwas über die Single; wie kam die Zusammenarbeit mit Peter
Heppner zustande?
OH:
Wir haben das erste Mal auf der GAMA-Verleihung (German Alternative Music Award
-Anm.d.Verf.) darüber gesprochen. Allerdings kannten wir uns da kaum und
fragten erst mal ganz vorsichtig an. Mit der Erben-Urfassung war ich
unzufrieden, weil ich immer fand, da müsste jemand singen. Also haben wir
überlegt, wer könnte das Stück bereichern und prägen... Und dann habe ich
Peter gefragt, ob er sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnte. Er wollte den
Song erst einmal hören, also schickten wir ihm die CD, und dann haben wir auf
eine Antwort gewaaaartet...
PH:
Ich wollte mir selber zunächst darüber klar sein, und ich wollte es komplett
fertig zurücksenden. Es brauchte eben etwas Zeit, bis ich selber zufrieden war.
OH:
Es war sehr spannend, wie sich das Lied von Mal zu Mal verändert hat. Wir haben
eine Aufnahme mit seinem Vorschlag zurückbekommen. Dann sind wir gemeinsam ins
Studio gegangen und haben zwei Versionen eingespielt. Nun wollen wir aber noch
eine andere Gesangslinie aufnehmen, da Peter schon wieder neue Ideen entwickelt
hat. Für uns ist es dieses Mal ein ganz anderes Vorgehen, da wir bis jetzt
selten mit Gastsängern beziehungsweise musikalischen Gästen zusammengearbeitet
haben, die so prägnant sind in der Art und Weise, wie sie etwas beitragen und
das Stück veredeln. Glasgarten gab es ja schon vorher ohne Peter Heppner, aber
durch seinen Beitrag hat der Titel Glanz bekommen.
O:
Es ist also eine Gemeinschaftsarbeit...
OH:
Das Endprodukt ist eine gemeinsame Sache Goethes Erben/Peter Heppner.
PH:
Text und Musik sind von Goethes Erben, und ich habe dann den Text für mich
etwas adaptiert.
O:
Wie entstand das Stück?
OH:
Musik und Text entstanden bei Glasgarten separat, und letztendlich fanden wir,
dass beides gut zusammenpasst. Bei anderen Liedern steht meist zuerst der Text,
und danach schreiben wir gemeinsam die Musik. Glasgarten ist ein ungewöhnlich
eingängiges Erben-Stück, weil es eigentlich sehr poppig ist.
PH:
Aber damit kamt ihr mir sehr entgegen... Ursprünglich war der Track ja nur
fürs Album gedacht, aber irgendwann fanden wir, es wäre doch eine gute Single,
nur hat sich keiner getraut, es auszusprechen! OH: Auf der Single ist übrigens
neben drei Fassungen von Glasgarten und dem Stück Vermisster Traum auch ein
CD-ROM-Track enthalten, eine Art Trailer für ein Konzert. Die Musik stammt von
Eissturm, der ersten Single der Platte, und man bekommt "Schlag auf
Schlag" Eindrücke von der gesamten Tour optisch vermittelt.
O:
Jetzt muss ich aber doch noch mal auf die Duett-Geschichte zurückkommen. Peter,
warum wollen alle mit dir singen?
PH:
Bei Schiller beispielsweise wurden vorher gar keine Gesangsstimmen benutzt, und
bei Joachim Witt war es so, dass er eine ganz andere Art von Gesang hat als ich
und das dann gut passte. Mit meiner Stimme können sich anscheinend viele Leute
eine Umsetzung sehr gut vorstellen.
OH:
Die Stimme von Peter ist sehr markant, nicht austauschbar. Eine Stimme muss
einen Background haben! Ich konnte mir keine andere Stimme für Glasgarten
vorstellen. Wir glauben alle an dieses Stück.
O:
Schildere mal kurz, worum es darin geht.
OH:
Es hat sehr viel mit Phantasie zu tun. Alles, was man sich vorstellt und
erträumt, ist letzten Endes sehr zerbrechlich, und der Glasgarten ist ebenfalls
etwas Zerbrechliches. Es ist etwas zum Träumen.
PH:
Dieses Bild des Glasgartens ist ja sehr schön. Man sollte einfach die Augen
schließen und sich vorstellen, wie so ein Glasgarten aussieht, und das ist dann
auch schon die Geschichte des Liedes - nicht mehr, aber auch nicht
weniger.
O:
Zum Abschluss noch die Frage nach der Veröffentlichung...
OH:
Im Oktober soll die Single Glasgarten erscheinen, und im November dann
voraussichtlich das Album Nichts bleibt wie es war.
O:
Nun bleibt mir nur noch, mich für das spontane Vorgespräch und natürlich auch
für das Interview zu bedanken!
Mildred
Guhlke
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