| Telefoninterview vom 17.05.2002 | |
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Uwe:
Hallo Peter – wie geht´s? Peter
Heppner: Hallo. Gut - also körperlich ein bisschen am Rande aber ansonsten ist
eigentlich alles fein. Waren eben bei Strange Ways und haben die neuen Stücke
vorgespielt soweit man das jetzt konnte und die waren genauso begeistert wie
wir. Wird bestimmt ´ne geile Platte.
U:
Ja? P:
Ja, sehr geil.
U:
Wie weit seid Ihr damit? P:
Wir haben jetzt 7 Stücke soweit fertig, dass wir die Musik und die Gesänge
haben, bei 6 muss ich allerdings jetzt noch die Texte machen. Also die Texte
sind noch nicht fertig. Aber die Gesangslinien und die Musik stehen. Das ist
alles jetzt ein bisschen verzögert worden, weil wir uns im Grunde genommen noch
mal hinsetzen mussten und die Lieder noch mal bearbeiten mussten, da sie sich
durch die neue Produktion tierisch verändert hatten und ich dann auch gesagt
habe: wenn die Stücke sich musikalisch so verändert haben, muss ich auch meine
Gesangslinie noch mal neu überdenken. Und das hat jetzt alles doch so lange
gedauert und im Grunde genommen mussten wir noch mal neu anfangen. Das hat sich
aber sehr gelohnt. Es ist also sehr, sehr geil geworden. Wir sind
hyper-begeistert.
U:
Habt ihr dieses mal wieder Coverversionen bei. P:
Nee.
U:
Bis jetzt noch nicht oder wird keine drauf sein? P:
Wir haben noch nie auf einer LP eine Coverversion gehabt. Wir haben das immer
nur auf einer Maxi gemacht. Und dann nur als B-Seite - wenn überhaupt. So
werden wir das auch weiterhin machen. Also auf einer LP wirst du keine
Coverversion von Wolfsheim hören, weil LP’s doch eigentlich eher dazu da
sind, um Wolfsheim zu zeigen und nicht irgendetwas anderes.
U:
Könnt ihr schon was zu einer Auskopplung sagen? P:
Nee. Das ist im Moment ganz komisch. Wir haben gestern bei einem Stück
weitergemacht, bei dem die Gesangslinie noch fehlte. Gestern habe ich dann doch
noch eine gefunden - wir sind ins Studio gegangen, haben diese mal kurz
eingesungen und hatten dann ja das Lied als Ganzes vor uns. Es funktioniert so,
dass man zuerst die Musik hat und dass ich die Gesangslinie mit einem
Ersatztext, also mit so einem Blödsinntext, einsinge. Da schreib ich
irgendwelche Worte zusammen, die aber reinpassen, wobei man nach dem Singen dann
eine Vorstellung hat, wie das Lied wird. Dann hat man quasi immer eine vorläufige
Version mit einem Quatschtext. Und das haben wir gestern bei diesem einen Stück
gemacht, und so, dass wir alle daran dachten: Moment –
es war nur als LP-Track gedacht und jetzt muss man ernsthaft darüber
nachdenken, ob das nicht auch ein Kandidat für die Maxi-Auskopplung wird. Und
das ist eine Sache mit diesen 7 Stücken von denen wir nicht eins mit gutem
Gewissen ausschließen können. Also - wir werden bei jeder Maxi für die wir
uns jetzt entscheiden, eigentlich kein gutes Gewissen haben, weil da noch andere
Lieder sind, die auch die Maxi hätten sein können. Im Moment wissen wir das
echt nicht. Und bei den 4 Stücken, die wir jetzt noch in konkreter Arbeit
haben, möchte ich auch nicht sagen, dass das nur LP-Tracks sind und das da
nicht noch das eine Stück bei sein könnte. Also es ist im Moment noch etwas
schwierig das zu entscheiden.
U:
Und könnt Ihr Euch vorstellen, wenn das Album draußen ist - die erste Single
ist ja meistens schon dann durch - das dann vielleicht eine zweite oder dritte
Maxi von den Fans gewählt wird? P:
(Pause) (alles lacht) Da müsst ich mir Gedanken drüber machen. So prinzipiell
kann ich mir das schon vorstellen aber müsste ich mir schon noch einen Kopf drüber
machen.
U:
Fiel mir gerade so ein, wenn Ihr Euch nicht so sicher seid, dann wäre es ja
vielleicht auch eine Möglichkeit. P:
Naja - klar.
U:
Habt Ihr jetzt schon einen Zeitplan, wie es jetzt weitergeht. P:
Wir werden im September oder Oktober auf jeden Fall eine Maxi bringen. Und es
wird auch aus der LP was zuhören geben. Im Moment denken wir über so was wie
ein Potpourri nach. Das heißt, drei vier Stücke werden mal angespielt, das
wird zusammengeschnitten, so dass man auf jeden Fall schon mal so in die LP
reinhören kann. Das wird es dann spätestens zum Ende des Jahres geben.
U:
Ihr seid in Spanien gewesen. P:
Ja, wir waren in Spanien. Genau.
U:
Was gibt’s denn da so zu berichten? Wie waren die Konzerte? P:
Die Spanier sind völlig durchgeknallt. Die Konzerte waren der Hammer. Also das
muss man schon ganz ehrlich sagen. Also die sind da teilweise einfach komplett
ausgerastet. Bei „Sparrows...“, bei „Once in a lifetime”, bei “Künstliche
Welten” hat jeder jedes Wort mitgegrölt – nicht nur mitgesungen. Ich habe
im Wechsel mit dem Publikum „Sparrows...“ gesungen, weil ich völlig perplex
war. Das war völlig geil.
U:
Wie sah die Bühne aus? Habt Ihr die in Deutschland bekannte Deko mitgenommen? P:
Wir haben ein bisschen mitgenommen und wir haben neue Sachen. Dafür waren die
Konzerte auch ganz gut, da wir so auch weiter probieren können. Wir haben
angefangen, mit Beamern, also mit Videobildern, und auch mit transparenten
Gazen, die auf der Bühnen hingen und worauf dann projeziert wurde, zu arbeiten.
Es geht jetzt nicht in erster Linie darum, Filme zu zeigen, sondern mit Hilfe
dieser Filme dann Farbspiele usw. zu machen. Als Videos konnten wir in Spanien
das DVD-Material wunderbar benutzen, weil man eben auch nicht so genau erkennt,
was da eigentlich gezeigt wird. Da wird man sicherlich aber noch weiter dran
arbeiten müssen.
U:
Habt Ihr noch Zeit für Land, Leute und Sonne gehabt, oder seid Ihr nur runter
und wieder hoch? P:
(Lacht) Also Sonne gab es da gerade nicht. Wir kamen an und es gab Regen. Wir
hatten aber Glück, ein paar Tage zuvor waren da richtig Unwetter in Barcelona,
Nordspanien und Mallorca. Da war richtig Land unter. Wir hatten noch kurz
gebibbert, ob es überhaupt stattfinden kann, weil wir nicht wussten, wie
katastrophal es ist. Als wir da waren, war in Barcelona nichts mehr los. War
wohl offensichtlich mehr Nachrichten als das es tatsächlich der Fall war. Wir
haben in Barcelona davon also nicht mitgekriegt, dass es irgendwelche Schäden
oder Sonstiges gab. Es war nur einfach schlechtes Wetter - es hat eigentlich
durchgehend geregnet. In Madrid haben wir dann ein bisschen Sonne gekriegt, aber
das war jetzt auch nicht so, dass wir das groß genießen konnten. In Madrid
hatten wir relativ wenig Zeit, da wir den Auftritt am gleichen Tag hatten, als
wir angekommen sind und am nächsten Tag gleich wieder weggeflogen sind. In
Barcelona hatten wir fast einen Tag, wo wir rumlaufen konnten, und das war auch
klasse, das hat sich doch gelohnt. Barcelona ist immer ´ne Reise Wert. Ich
kannte das ja schon, ich war letztes Jahr mit Schiller wegen dem Video dort. Ja
– ich fand´s klasse. Ich mag die Stadt.
U:
Wie kamen die Konzerte eigentlich zustande? P:
Es gibt dort jemanden in Spanien, der hat einen Plattenladen. Und der verkauft
eher so die dunkle Schiene an Musik. Das ist also eher ein alternativer Laden.
Der hat irgendwann angefangen, Platten zu importieren – es veröffentlichen ja
nur wenige Bands in Spanien selber – dort wird relativ wenig lizensiert –
das meiste wird importiert – also der lässt sich die Platten aus Deutschland
schicken und verkauft sie. Und da gab es dann relativ schnell auch die
Nachfrage, ob nicht auch mal eine der Bands in Spanien spielen würde. So gab es
in Spanien schon seit Jahren die Anfrage. Das war echt irre, die kannten die
Wolfsheim-Alben in- und auswendig. Die haben jedes Lied, vom ersten und vom
letzten Album, mitgesungen. Das war völlig erstaunlich und was das angeht, kein
Unterschied zu Deutschland. Was nur interessant war, dass die so Extrasachen,
wie „Real“ zum Beispiel oder B-Seiten, nicht kannten. Ja – wie gesagt, es
gab seit Jahren die Anfrage, ob wir in Spanien spielen wollen, und jetzt war es
endlich so, dass es sich finanzieren ließ. Es war die Jahre zuvor immer so: ja
für Kost und Logie oder ähnliches.
Wir wollten aber auch ein bisschen eignes Licht mitnehmen und die Möglichkeit
haben, eigene Technik und Leute auch vor Ort zu haben. Natürlich hätten wir für
Kost und Logie auch zu zweit runterfahren können, aber das war nicht wirklich
sinnvoll. So sehr sind wir dann doch nicht die Liveband. Da habe ich dann auch
gerne die Unterstützung von dem Drumrum, was eben auch in Deutschland die
Wolfsheim-Konzerte ausmacht. Und das ging jetzt erst. Jetzt erst war die
Nachfrage so groß, dass man uns auch Gagen anbieten konnte, mit denen man das
auch finanzieren konnte. Also wir haben daran immer noch nichts verdient. Aber
wir konnten eben unser eigenes Licht mitnehmen, wir konnten unseren eigenen
Mischer mitnehmen, wir konnten vor Ort Sachen bestellen, die uns dann zur Verfügung
gestellt wurden. Und das waren eben die Sachen, die wären zuvor nicht möglich
gewesen waren. Deswegen jetzt erst.
U:
Voriges Jahr war ja mal ´ne US-Tour angedacht. Habt ihr noch demnächst vor, im
Ausland zu spielen? P:
Ja, also es gibt noch 2 konkrete Anfragen, eine in Paris, eine in London. Die
wollen wir auch nach den guten Erfahrungen in Spanien machen. Die Amerika-Tour
steht auch immer noch an, aber das wird wenn überhaupt erst nach der Tour in
Deutschland stattfinden.
U:
Sind dann doch noch Festivals geplant? P:
Nee. Das ist jetzt auch zu kurzfristig. Die Plätze sind jetzt auch belegt, man
kriegt da nichts mehr. Ich hätte jetzt auch ehrlich gesagt, nicht den Kopf
frei, mich kurzfristig auf Konzerte vorzubereiten. Man hat das auch in Spanien
gemerkt. Beide Konzerte mussten vorzeitig abgebrochen werden, weil ich einfach
nicht trainiert genug war. Wir sind beide ziemlich überarbeitet, ich habe jetzt
gerade mal eine Woche frei, wo ich mich nicht um Texte kümmern muss, weil es
keine neuen Playbacks gibt, und ich bin jetzt eine Woche dazu gezwungen nichts
zu machen, und darüber freue ich mich tierisch. Das ist seit Dezember die erste
Woche, wo ich wirklich mal frei habe. Und das brauche ich auch. In Spanien war
es einfach so, dass ich beide Konzerte 2 Lieder früher aufhören musste, weil
ich einfach Rückenschmerzen und so was bekam. Das lag daran, dass ich ungeübt
im Singen war. Ich habe ein dreiviertel Jahr kein Konzert mehr gemacht und
konnte mich auch auf das Konzert nicht richtig vorbereiten. Ich musste einfach
aufhören, damit es nicht schlimmer wird. Da habe ich mir auch gesagt, dass
diese Hauruck-Geschichten keinen Sinn machen. Deswegen gibt’s jetzt auch keine
Festival-Konzerte.
U:
Wie habt Ihr das Feedback auf Eure DVD empfunden? Da gab´s doch durchweg nur
Positives zu lesen. P:
Wir sind auch ein bisschen erstaunt darüber, wie positiv das Echo darauf ist.
Weißt du, dass wir jetzt schon die 2. Woche auf Platz 1 sind damit?
U:
Nee. P:
Also wir sind jetzt die 2. Woche in den Media-Control-Musik-DVD-Charts.
U:
Ich wusste gar nicht, das es diese Musik-DVD-Charts gibt.... P
: Doch, gibt es jetzt neuerdings. Das ist jetzt 2 oder 3 Monate alt. Pünktlich
zum Erscheinen der „Kompendium“. (alles lacht). Es ist wahr. Also in diesen
Musik-DVD-Charts sind wir seit 2 Wochen auf Platz 1 damit. In der
„Musikwoche“, das ist ein Fachblatt für die Branche, stehen die Charts
drin, wer was rausbringt, wer wann Gold gewonnen hat und alle möglichen
relevanten Sachen eben und da steht dann auch die Nachricht drin, dass es jetzt
neuerdings Musik-DVD-Charts gibt - zum Beispiel. (Gelächter).
U:
Jetzt habe ich hier noch einen ganzen Zettel voller Fragen ... Also: ich habe über
das Gästebuch
10 – 15 gute Fragen gesucht .... P:
Ach – jee ....
U:
Ich glaube ich habe jetzt aber nur noch 9. P:
Ich dachte schon ... ah ja gut ok.
U:
Wollen wir anfangen? P:
Ja, warum sind denn das jetzt nur noch 9? Waren die anderen so schlecht?
U:
Weil ich die schon mit den Fragen zum neuen Album und zu Spanien schon
abgearbeitet habe. P:
Ah ja klar gut. Da bin ich ja beruhigt.
U:
1. Frage: Spielen beim Entstehen der Songs Erwartungen des Publikums eine Rolle?
Denkt Ihr daran, ob die Songs dem Wolfsheim-Fan gefallen würden? P:
Mmh. (Pause). Also im Grunde genommen schon. Eigentlich aber auch überhaupt
nicht. Das ist eine Frage, die man nicht so einfach mit ja oder nein beantworten
kann. Also es ist so, dass das Allerwichtigste für uns natürlich ist, das es
uns gefallen muss. Und wenn es uns gefällt, hat es schon mal gute Chancen auf
die LP zu kommen. Nur wenn das eine Sache ist, von der ich von vorn herein weiß,
dass es aber den Wolfsheim-Fans ganz wenig gefallen wird, oder ich zumindest die
Vorstellung habe, dass das so ist, dann sage ich mir, ist es vielleicht auf
einer Wolfsheim-LP nicht gut aufgehoben. Denn das ist ganz klar eine Sache für
Fans. Und dann ist so etwas auf einer Maxi oder auf irgendeinem Sampler
vielleicht besser aufgehoben. Also in sofern schon. Andererseits stört das bei
der Produktion der einzelnen Songs eher, weil wenn man anfängt bei
irgendwelchen Leuten nachzufragen, dann hörst du so viele Meinungen wie du
Leute fragst. Wir haben das auch gemacht, es hat sich aber einfach
herausgestellt, dass du so nichts wirst. Und deswegen ist die „Popkiller“
auch so ein bisschen in die Hose gegangen. Wir waren ein bisschen unsicher, wie
es jetzt weiter gehen soll, und haben dann auch alle möglichen Leute gefragt.
Dabei rausgekommen ist eine Platte mit der wir relativ unzufrieden sind. Das hat
nichts mit der Qualität der Songs zu tun, die finde ich nach wie vor gut, aber
das hat mit der Produktion der Songs zu tun, das hat damit zu tun, wie die
aufgenommen worden sind, das hat damit zu tun, wie das Cover aussieht. Das ist
alles so nicht wirklich so gewollt, wie wir uns das vorgestellt haben. Und damit
sind wir selbst höchst unzufrieden. Mit der „Dreaming Apes“ danach, haben
wir eben angefangen, es ganz anders zu machen, es eher wieder so zu machen, wie
wir es mit unserer ersten Platte auch gemacht haben, nämlich einfach nur das zu
machen, was wir beide gut finden und gar nicht so sehr auf andere Leute zu hören.
U:
Zur „Popkiller“
habe ich mal gelesen, dass Ihr Euch die Option offen gehalten habt,
eventuell mit dem Album noch mal was neues zu machen. P:
Das Album noch mal neu zu produzieren ...
U:
Ja. P:
Das ist immer noch eine Idee, die wir im Hinterkopf haben. Kann auch immer noch
mal passieren.
U:
2. Wolfsheim-Frage: Wie würdet Ihr Eure Musik beschreiben? P:
Die, die wir gemacht haben oder die, die wir im Moment machen?
U:
Die, die Ihr gemacht habt. P:
Popmusik. Ich weiß schon, dass viele Leute meinen, dass das nicht nur Popmusik
war. Aber wenn Du mich jetzt fragst, „Was war das für Musik, die Du die
letzten Jahre gemacht hast?“, würde ich sagen Popmusik.
U:
3. Frage: Wenn Ihr als Band die Zeit zurückdrehen könntet, was würdet Ihr
anders und was gleich machen? P:
Mmh. Ich würde nahezu alles genauso machen, nur die „Popkiller“, die würde
ich woanders und anders produzieren.
U:
4. Frage: Welche Eurer Lieder gefallen Euch am besten? P:
Das kann ich nicht sagen. Jetzt mal ganz ehrlich. Also so im Moment muss ich Dir
ohnehin sagen, wären es nur Stücke, die Dir überhaupt nichts sagen, weil die
alle von der neuen LP sind und weil wir davon natürlich gerade tierisch
begeistert sind, sonst würden wir sie nicht machen. Aber von den alten Sachen
ist es auch so, dass ich es eigentlich nicht sagen kann. Es gibt Lieder, die
liegen mir mehr am Herzen und Lieder, die liegen mir weniger am Herzen. Aber
jedes Mal wenn ich mal nach einem halben Jahr oder Jahr eine LP durchhöre, dann
stelle ich doch immer fest, dass es gut ist, dass es jedes einzelne Lied gibt.
Jedes Lied auch. Und da tut es mir dann immer so ein bisschen Leid, wenn ich
dann mal über irgendwelche Lieder gesagt habe, sie sind meine Lieblingslieder.
Wegen der anderen Lieder tut es mir dann Leid, weil sie irgendwie auch dazugehören.
Und ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht. Also ich könnt´ jetzt sagen, na
klar „Once in a lifetime“ und „Künstliche Welten“ und „Old man´s
valley“ na ja und auch „Sparrows...“ - auch „Scars remain“ finde ich
besonders -, aber im Grunde genommen, müsste ich Dir dann jedes einzelne Lied
von jeder LP aufzählen, und das macht dann ja auch keinen Sinn.
U:
Dann gab es eine Frage direkt an Dich: Hast du, als Du „Über´s Jahr“
getextet hast, vorher „Narziss und Goldmund“ von Hermann Hesse gelesen. P:
Ja, aber ungefähr 10 Jahre vorher. Also das hatte keinen direkten Bezug. Ich
habe aber von jeher sehr viel Hesse gelesen, bin ich auch sehr Fan von, also
Hesse, Storm, Maupassant – das sind so meine Lieblinge eigentlich.
U:
Letzte Frage im Wolfsheim-Block: Was ist aus dem Projekt mit Pia Lund geworden? P:
Was aus dem Projekt mit Pia Lund geworden ist? Es ist so, es liegt momentan auf
Eis, weil das Lied auf Eis liegt. Wir sind noch nicht weiter gekommen - sprich
ich bin da nicht weiter gekommen. Und da es kein Lied für die neue LP ist,
haben wir das auch erst mal zurückgestellt – für danach. Es ist schon von
vorn herein klar gewesen, dass das kein LP-Stück wird, weil es auch um ein Lied
geht, was nicht von uns ist. Das ist ein klassisches Lied, es ist der Kanon in
D-Dur von Pachelbel, den wir da vertonen, vertexten und modernisieren wollen.
U:
Dann hätte ich jetzt noch 3 allgemeine Fragen: Ist es Euch angenehm oder
unangenehm, zufällig im Radio / Fernsehen / Kneipe .... auf Eure Lieder zu stoßen? P:
Oh – das finde ich eher lustig. Also man wundert sich dann eher immer, es
passiert aber relativ selten – so oft werden wir weder im Radio noch im
Fernsehen gespielt, aber es ist so, als „Once in a lifetime“ in den Charts
war oder jetzt auch mal mit Schiller, dann passiert das dann schon mal, dass man
im Taxi sitzt oder irgendwo im Kaufhaus und plötzlich hört man sich selber.
Braucht man sich ja nur selber vorstellen, wie das ist, wenn man sich selber
sieht. Es ist bei uns nicht anders. Und es ist auch nicht so, dass wir jetzt
schon so oft im Radio oder Fernsehen waren, dass uns das irgendwie gar nicht
mehr berührt. Also das ist mir nicht egal. Es schon lustig einfach, es ist
abgefahren.
U:
Du hast schon erzählt, du hast nicht sehr viel Freizeit, hier aber trotzdem
eine Frage dazu: Was macht Ihr in eurer Freizeit? Verbringt Ihr die Zeit auch
zusammen? Geht Ihr auch zusammen in Kneipen / Konzerte etc.? P:
Also Markus und ich verbringen so viel Zeit im Zusammenhang mit Wolfsheim
zusammen, bei dem auch viel mit ’Weggehen’ dabei ist. Also wenn wir wie in
Spanien – jetzt nicht, weil es uns beiden nicht gut ging – aber
normalerweise, wenn wir auf Konzerten unterwegs sind, dann feiert man danach ja
auch, oder so. Es ist aber jetzt nicht so, dass wir absichtlich nichts zusammen
machen. Wir verbringen schon soviel Zeit miteinander, dass wir uns nicht noch
mal extra verabreden. Ich seh´ Markus so was wie 2-3 mal die Woche –
mindestens einmal die Woche und gerne auch mal eine ganze Woche oder mehr, am Stück,
weil wir dann mal unterwegs sind, im Studio oder wie auch immer. Da gibt es
einfach nicht die Notwendigkeit, sich noch mal zu treffen. Natürlich gehen wir
auch zusammen essen. Es ist also weder so, dass wir uns jetzt gar nicht
verabreden, aber auch nicht so, dass wir jetzt extra noch mal sagen, lass uns
doch jetzt noch mal losgehen. Das tun wir im Zusammenhang mit Wolfsheim oft
genug. .... Nicht, dass das jetzt ein Feiern ohne Ende ist (alles lacht). In
Spanien waren die Leute schon so ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht mehr
auf der Aftershowparty waren, aber bei mir verbot sich das. In Barcelona musste
ich erst mal 2, 3 Stunden und in Madrid eine Stunde liegen, bis es besser wurde.
Und dann gehe ich dann nicht auf eine Aftershowparty, da bin ich doch erst mal
froh, dass es mir wieder gut geht. Ich bin mir aber auch nicht so ganz im
Klaren, ob das bei den Spaniern so ganz richtig angekommen ist. Es scheint doch
so zu sein, dass der eine oder andere vielleicht meint, er hätte jetzt nur ein
halbes Konzert gekriegt. Aber da werden wir dann noch mal eine Stellungnahme
machen und dann wird das wahrscheinlich auch erledigt sein. Na klar – nächstes
mal kriegen sie ein ganzes Konzert.
U:
Letzte Frage an dich persönlich: Was würdest Du heute machen, wenn Dich Dein
Wolfsheim-Vorgänger nicht empfohlen hätte? P:
(Pause) ( Gelächter)
U:
Hypothetische Frage oder? P:
Keine Ahnung – oh man – wenn ich so ein Hellseher wäre, dass ich diese
Frage beantworten könnte, also ich weiß nicht, dann würde ich wahrscheinlich
auch nicht Wolfsheim machen, keine Ahnung ich weiß es nicht, ich habe nicht den
Hauch einer Ahnung. Da sind wir wieder bei den Berufwünschen, die wir damals
hatten. Als mich das mit Wolfsheim ereilte, war ich persönlich gerade dabei,
nicht mehr Maler werden zu wollen, weil ich die Kunsthochschule hier in Hamburg
Scheiße fand. Also weiß ich nicht - keine Ahnung - kann ich dir echt nicht
sagen. Ehrlich nicht.
U:
Dann wäre ich mit den Fragen der Fans durch.... P:
Ah.
U:
...die man so in 24 Stunden ergattern konnte. P:
Mmh. Ja. War ok.
U:
Waren doch ein paar gute Fragen dabei. P:
Ja, klar.
U:
Ich suche jetzt seit einem viertel Jahr nach dem Inhaber der Rechte des Rock im
Park 1999 und ich trotz der vielen Anstrengungen heute soweit wie am Anfang ... P:
(lacht) Ja - das ist lustig. Wir und NHB, das ist die Firma mit der wir die DVD
produziert haben, hatten auch darüber nachgedacht, dass es doch ganz geil wäre,
wenn wir so als Ausschnitt (wir wollten bei dem Interview ja mehr Ausschnitte
drin haben, als einfach nur den einen Liveausschnitt vom M´era Luna) auch
diesen Auftritt, der ja aufgezeichnet worden ist und den wir gar nicht wirklich
komplett senden wollten, in Auschnitten zeigen könnten. NHB, das ist eine
professionelle Firma, die dieses Video mit uns hergestellt hat und die es
gewohnt sind, nach solchen Sachen dauernd hinterherzutelefonieren, haben nach 2
Wochen gesagt, „nee – keine Chance – kommen wir nicht ran – kommen wir
nicht weiter – wissen wir auch gar nicht, wie wir das anfangen sollen“. Kein
Ahnung, es muss am Bayrischen Rundfunk liegen, oder wie auch immer – ich weiß
es nicht.
U:
Ja, es ist ganz verfahren. P:
Ja, es scheint so, also wenn eine Firma wie NHB, die das dauernd macht und
dieser Teil der Firma beschäftigt sich nur mit der Herstellung von Musik-DVD´s,
nach 2 Wochen intensiver Arbeit sagen, nee – lass es uns lassen – der
Aufwand für ein paar Ausschnitte lohnt sich einfach nicht, dann weiß ich
schon, dass da irgendwas ganz am Argen ist. Also wundert es mich nicht, dass du
da gar nicht weiter kommst. Weil die kamen genauso weit wie Du. Also die waren
nach 2 Wochen immer noch genau an dem Punkt, wo sie waren, bevor sie das erste
Mal den Hören abgenommen haben. Bevor – sie das erste Mal den Hörer
abgenommen haben. Und da haben wir auch gesagt, ok – vergessen wir Rock im
Park, dann kommt es eben nicht auf die DVD, haben die Leute selber Schuld, die hätten
ja Werbung für sich und für den Bayrischen Rundfunk machen können – hätten
sie auch umsonst drauf gekriegt. Wir hätten natürlich raufgeschrieben
„Bayrischer Rundfunk“ usw., aber, es war nicht zu wollen!
U:
Ja, dann bedanke ich mich für den Anruf. P:
Vielen Dank auch. War nett. |