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Wolfsheim - Popkiller Indigo / Strange Ways
Eine Popband, die ihr Album "Popkiller" nennt, ein krasser Richtungswechsel? - Die Fans des Hamburger Duos Markus Reinhardt (Instrumente) und Peter Heppner (Gesang), die gerade auf deren geschickten Seiltanz zwischen eingängiger, schöner Melodik und tanzbarer Wave-Atmosphäre standen, können beruhigt aufatmen. Denn die beiden knüpfen genau damit an ihr erfolgreiches Debüt-Album "No Happy View" an, ob man diese Kombination nun "Pop" nennt, oder nicht. Das ist es auch, was die beiden mit diesem Titel sagen wollen (s. Interview in dieser Ausgabe): was ist das eigentlich, Pop? -Keiner weiß das genau.
WOLFSHEIM ist jedenfalls WOLFSHEIM geblieben, nur besser. Zum einen entfalten sie romantische Sphären wesentlich prägnanter und bringen klassische Instrumente wie z. B. Klavier effektvoller zur Wirkung. Zum anderen erreichen sie mit Stücken wie "Childhood Cruel" oder "Faith" erstmals eine melancholische Intensität, die fast schon schicksalshaft wirkt. Davon würde ich mir persönlich noch mehr wünschen. Einen satten Erfolg zu übertrumpfen ( und das war "No Happy View"), ist der Beweis für die musikalische Klasse einer Formation. Und dieser liegt mit "Popkiller" Ton für Ton vor.
Joe Asmodo |