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Wolfsheim "Casting Shadows"-Tour - 28. April 2003 in Hannover im Capitol

 

Peter Heppner und Markus Reinhardt alias Wolfsheim waren am 28.04.2003 in Hannover im Capitol zu Gast, ihr neues Album "Casting Shadows" live vorzustellen. Nicht zuletzt auch aufgrund des enormen Erfolges, der dem Duo derzeit zu Teil wird, sondern auch wegen der Größe des hannoverschen Veranstaltungsortes platzte das Capitol aus allen Nähten.

 

Geduldig warteten die Fans in meterlangen Schlangen bei mäßigem Wetter auf den Einlass in die Halle. Dort angekommen galt es, sich erst einmal mit den nicht als wirklich gut zu bezeichnenden Luftverhältnissen anzufreunden und einen Platz möglichst weit vorn im Sauerstoff ärmeren Bereich zu bekommen. Da man seitens des Managements um die räumliche und luftmäßige Problematik des Capitols in Hannover wusste, wurden extra 200 Karten weniger in den Verkauf gegeben.

 

Pünktlich um 20:30 Uhr kamen Wolfsheim dann auf die Hannoveraner Bühne und Peter begrüßte das Publikum selbstsicher mit den Worten "Guten Abend, Bremen!".Als Ergebnis dieser suboptimalen Vorbereitung hallten ihm sogleich Buh-Rufe und Pfiffe entgegen, so dass er sich kurzer Hand an Markus wandte, um sich bei diesem nach dem Ort des heutigen Konzertes zu erkunden und mit neu gewonnener Information schnellstens ein spontanes "Guten Abend Hannover, natürlich!" der Menge zurief und Glück hatte, dass das Publikum in der niedersächsischen Landeshauptstadt nicht wirklich nachtragend zu sein schien. Hatte man in Hamburg noch mit "Kein Zurück" das Konzert eröffnet, so schien man sich zwischenzeitlich auf eine völlig abweichende Setlist verständigt zu haben, denn nach einem kurzen instrumentalen Intro begann das Konzert mit den Knallern "In Time", "Underneath The Veil" und "Wunderbar". Peter Heppner hatte den für ihn so typischen Notenständer gut in einen Bühnendekoturm integriert und auch das Keyboard von Markus Reinhardt war inmitten von zweien dieser Türme zu finden. In gewohnter Manier, lieferte Wolfsheim ein sehr gutes Programm ab, brachte sogar eine kleine Pyrotechnik auf die Bühne, die zur gelungenen Abwechslung beitrug und bei "The Sparrows And The Nightingales" zum Einsatz kam.

 

Ansonsten wussten Wolfsheim noch durch die temporäre Unterstützung eines Gitarristen und eines Drumers positiv zu überraschen und auch zu gefallen. Trotz des viel zu kleinen Capitols, in dessen vorderen Bereichen man im Laufe des Konzertes tropische Temperaturen ohne großartige Sauerstoffvorräte erreicht hatte, war die Stimmung des Publikums sehr gut und man feierte jeden weiteren gespielten Titel.

 

Doch das dicke Ende kam erst noch... Da hatte sich Peter in Hamburg bei der Darbietung von Megahit "Once in A Lifetime" mit seinem Einsatz so derbe verhauen (er vergaß ihn einfach), so dass man diesen Knaller gleich mal ganz aus der Setlist nahm. Und auch Songs wie "Closer Still" oder auch "It´s Not To Late" wurden nicht gespielt. Nach zwei Zugabenteilen, die unter anderem "Kein Zurück" und "Annie" enthielten war dann nach gerade einmal gut 90 Minuten Schluss.

 

Alles in allem war es ein gutes Wolfsheim Konzert, auch wenn man mit der Setlist nicht immer konform ging, aber das sind eben Wolfsheim...nie so, wie man sich das vorstellt - aber in Punkto "Once In A Lifetime" hätte ich nicht gedacht, dass dort, ganz Band untypisch, der Weg des geringsten Widerstandes gegangen wird.

 

Leider konnte kurzfristig keine andere Halle in Hannover für dieses Event angemietet werden, da die nächst größeren alle für Fassungsvermögen um die 5000 Zuschauer ausgelegt sind und natürlich auch wesentlich höhere Kosten mit sich brächten. Es hätten dann mindestens 4000 Karten verkauft werden müssen und diese Anzahl von Fans hätte Wolfsheim leider so kurzfristig nach Auskunft des Tourmanagers Kai Lotze nicht in Hannover realisieren können. Schade, aber vielleicht kann die Band diese magische Grenze beim nächsten Konzert in Hannover ja knacken!